Kreatin – leistungssteigernd, aber kein Dopingmittel
Die Diskussionen um den Wirkstoff Creatin und seine Einordnung bestimmen immer noch zahlreiche Diskussionen von Nahrungsmittelexperten und Sportmedizinern. Führende Personen der Anti-Doping-Kommission befürworten beispielsweise die Charakterisierung als Dopingmittel. Demnach müsste Kreatin, da es stets in einer hohen Dosis eingenommen wird, auf die Liste der verbotenen Mittel geschrieben werden. Dies wiederum würde bedeuten, dass gut 80 Prozent der Schnellkraftsportler auf professionellem Niveau, die sich zu der Substanz bekennen, auf einen Wirkstoff verzichten müssten, der nach den Angaben vieler bereits seit Jahren beim intensiven Training unterstützend zur Hilfe genommen wird.
Zur Unterstützung für ihre Interessen gibt es zahlreiche Sportmediziner, welche die Wirkung von Creatin mehrfach befürworten. Auf den Angriff der Anti-Doping-Kommission reagiert man aus diesem Grund häufig sehr allergisch. Man könne ja dann auch gleich Vitamin B verbieten, heißt es in einer öffentlichen Reaktion darauf. In der Tat ist diese Parallele nicht komplett aus der Luft gegriffen. Kreatin ist wie besagtes Vitamin nämlich eine biologische Verbindung. Aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin bestehend wird Creatin täglich im menschlichen Organismus für die Muskeln bereitgestellt. Wie kann etwas, das der Körper selbst synthetisiert, falsch sein? Zudem befindet sich Kreatin in Fleisch und Fisch.
Der Hauptkritikpunkt liegt in dem zusätzlichen Einnahmeverhalten vieler. Gerade Kraft- und Schnellkraftsportlern reicht dieses natürliche Depot nämlich lange nicht mehr, weshalb sie zu Kreatinprodukten wie Pulver oder Kapseln greifen. Dies geschieht gelegentlich eben auch in sehr hoher Dosis, um den Muskeln ein größtmögliches Energiepotenzial zu ermöglichen. Die Folge können zum einen eine hohe Leistungsbereitschaft, aber eben auch kleine Nebenwirkungen im Magenbereich sein, weshalb Creatin eben auch des Öfteren die Eigenschaft, etwas Ungesundes zu sein, verliehen bekommt.